Meine gut funktionierende Methode

Mein tägliches Ziel ist, schräg auf dem Deich zu stehen, Wetter zu trotzen und nicht umzufallen.
Damit bin ich ausgelastet. Wie soll ich mir da noch Dinge merken, bitte?!
Natürlich habe ich eine gut funktionierende Methode, dass dieser Umstand möglichst niemandem (inklusive mir!) auffällt.
Mein elektronischer Kalender erinnert mich eine halbe Stunde bevor ich einen Termin verpasse daran, dass ich in 30 Minuten einen Termin verpassen werde und
Telefonnummern merke ich mir schon lange nicht mehr selbst. Das übernimmt mein Telefon für mich.

Wenn ich recht überlege, lebe ich grundsätzlich ziemlich virtuell.
Ich bin halt ein Deichschaf 2.0!
Fernsehen? Mir zu Retro, ich netflixe!
Tagebuch schreiben? Ich blogge!
Einkaufszettel? Wunderlist!
Zeitung abonnieren? Klar, aber nur als e-paper!
Ich hab‘ sogar einen eigenen Bauernhof! Einen virtuellen! Und es läuft so gut, dass ich jetzt sogar Pfirsiche pflanzen kann!

Eine Wehmut schwingt immer mit, machen mich doch meine virtuellen wie auch meine realen Hilfsmittel stets darauf aufmerksam, was ich nicht mehr ohne sie bewerkstelligen kann.

Richtig interessant wird es, wenn sich virtuelle und reale Welt begegnen.
Wenn mein Kalender mich eiskalt erwischt, und ich tatsächlich nur 30 Minuten habe, um meine Locken zu richten und über den Deich zu galoppieren (Na? Wer erkennt die logische Lücke?)!
Bemerkung am Rande: War knapp, aber zum Glück Unfallfrei.

Diese Begegnungen sind wie ein Espresso oder ein Biss in die Zitrone.
Ich bin schlagartig wach!
Ihr letztens Zusammenreffen bei mir war…besonders und begann mit einem kläglichen Scheitern eines Vorhabens vor einem Jahr.
Ich hatte Grosses vor, dafür gespart, mir extra einen Rucksack dafür gepackt, und wartete aufgeregt auf den entscheidenden Anruf, der nicht kam, weil das Wetter nicht wollte.
Ein neuer Termin war erst ein Jahr später wieder möglich. Also hab ich wieder angefangen, Geld beiseite zu legen (Ich sollte erwähnen, dass dieses Vorhaben ein eher teures ist).
Der neue Termin rückte unaufhörlich näher, also hab ich den Rucksack wieder rausgesucht, um nachzuschauen, ob meine Kontaktlinsen, die ich dafür brauche, aber nirgends mehr finden konnte, vielleicht noch im einer der kleinen Innentaschen mit extra Reissverschluss steckten.

Steckten sie.
Genau wie das vor einem Jahr dafür angesparte Geld.
Alles.
Geht los!…wenn das Wetter nächstes Wochenende mitmacht…

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